Die GlüXsschmiede

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Der Lifeblog

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Ob die Entdeckung von eigenen Abenteuern oder Erlebnisreisen, das eigene Weiterentwickeln von Stärken oder einfach nur das Entspannen und Runterkommen im Alltag.
In der GlüXsschmiede machen wir das möglich und verhelfen gerne zum eigenen, persönlichen Glück. Der Blog bietet euch Tipps und Tricks, also kleine Helferleine, die euch positiv in eurem Alltag begleiten sollen.

Der Lauf meines Lebens

Notiz an....Geschrieben von Die Glüxsschmiede So, August 13, 2017 13:21:27
Weltmeisterschaft der Leichtathletik in London.
Seid ihr auch so begeistert wie ich von den vielen tollen sportlichen Leistungen dort?
Am meisten faszinieren mich immer die Mehrkämpfer und deren mentaler Stärke sich über zwei Tagen sich immer wieder zu motivieren und die besten Leistungen abzurufen.
Dieses Mal habe ich aber auch auf diejenigen geachtet, die aus der für uns vermeitlichen Niederlage neue Kräfte ziehen.

Ich selbst laufe seit Jahren regelmässig und setze mir mein jährliches Ziel an einem Halbmarathon teilzunehmen.
Laufen an sich ist das eine. Die einen mögen das, anderen ist das zu langweilig. Die Vorbereitungen auf so einen Lauf sind seit Jahren bei mir mit Höhen und Tiefen verbunden. Günter, mein innerer Schweinehund hat jedes Jahr ein gehöriges Mitspracherecht, besonders dann wenn die Trainingskilometer immer mehr werden. ;-)

Dieses Jahr war es nicht nur Günter mit dem ich mich auseinander setzen musste, sondern auch mit mir selbst. Um eine Überschrift dafür zu finden - Überarbeitung - von allem einfach zu viel.
Eins wusste ich aber trotz all der Müdigkeit und Lustlosigkeit: ich laufe den Halbmarathon.

Als der Tag der Wahrheit da war und ich in mich hinein horchte, kam ich zu folgenden Erkenntnissen:

1. Meine Vorbereitung ist so lala.
Ich hätte öfters meinem inneren Schweinehund Günter entgegentreten können und müssen. Meine Zeiten waren in diesem Jahr in der Vorbereitung schlechter als in den Jahren davor.

2. Mein Wille ist eisern.
Ich wollte das Finish auf jeden Fall schaffen.Ich hatte in den letzten Jahren bewiesen, dass ich verschiedenen Situationen gewachsen war und mich immer wieder erfolgreich durchgebissen hatte. Da gab es das Jahr in dem ich zum 90% in der Sonne laufen musste oder das Jahr, in dem ich in den ersten zehn Kilometer völlig durchnässt war. In allen Fällen hatte ich mich durchgebissen und das Ziel erreicht. Mit diesem Wissen im Gepäck wusste ich, dass in ankommen würde.

3. Mein Rennen
Ich stelle mir zum ersten Mal bewusst die Frage, für wen ich eigentlich das Rennen bestreiten würde? Wem wollte ich etwas beweisen? Mein Bauch gab mir darauf eine Antwort: mir. Es sollte mein Rennen werden. ich wollte jeden einzelnen Kilometer geniessen. Ich wollte mir bewusst die Ereignisse und Supporter an der Strecke achten. Wollte dies geniessen und tief in mir aufnehmen. Mir war völlig egal, welche Zeit ich laufen würde. Sollten andere meine Zeit gerne für sich einordnen, das konnte ich nicht verhindern. Ich wollte diesmal nicht nach der Bewertung durch andere haschen, um mir dann wieder das Gefühl abholen zu müssen, dass in den Ansprüchen anderer nicht genügen konnte. Ich wollte bei mir bleiben.

Das kam mir eine ungeheure innere Ruhe und Gelassenheit.

Das Rennen startete und die ersten 10 km liefen gut. Ich sog die Atmosphäre tief in mich ein. Liess locker, genoss.
Auf der zweiten Hälfte des Rennen merkte ich, dass es meinem Kreislauf nicht gut ging. Der Stress der letzten Monate forderte seinen Tribut. Ich fing an tief zu atmen, in den Bauch hinein, so wie ich es in den letzten Wochen gelernt hatte, um mich zu entspannen.
Die nächsten 6 km funktionierten gut mit dieser Technik.
Doch dann kam die letzte Runde, mein Kreislauf meldete sich wieder. Ich war mir zu 100% sicher, dass ich das Ziel erreichen würde, ich hatte alle Erwartungshaltungen, die möglicherweise von aussen an mich herangetragen würden, für mich ausgeblendet. Es war mein lauf, nicht der lauf von anderen. Mit diesem Wissen, hörte ich wieder auf mein inneres Bauchgefühl und legte 3 km vor Schluss eine Gehpause ein. Mein Gefühl sagte mir, dass das jetzt genau das richtige war, um mich körperlich zu erholen.
Ich lief ins Ziel mit der schlechtesten Zeit, die ich jemals gelaufen war, aber mit dem besten Gefühl, was ich seit Monaten nicht mehr gespürt hatte.

Das Gefühl ganz bei mir zu sein.
Das Gefühl meine Bedürfnisse an erster Stelle zu setzen.
Das Gefühl nicht mehr mit anderen spiegeln zu müssen.
Das Gefühl stolz auf mich zu sein.
Das Gefühl mich endlich wieder gefunden zu haben.

Dieses Rennen war für mich das wohl wichtigste Rennen meines Lebens. Mein Rennen zu mir selbst durch alle Höhen und Tiefen gepaart mit der Erkenntnis mich endlich wieder gefunden zu haben.

Mit den Bildern der Weltmeisterschaft in London, spielen sich auch nochmal die Bilder meines Halbmarathons vor meinem inneren Auge ab und damit das Bewusstsein, wie immens wichtig und wie immens dankbar ich diesem Rennen bin.

Das Ziel muss sein, sich immer treu zu sein, auf sein Bauchgefühl zu hören.




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